Meeresplastik — vom Abfall zur Form
Meeresplastik ist kein romantisches Material. Es riecht nach Salz und Versagen. Es ist das, was übrig bleibt, wenn niemand hingeschaut hat.
Genau das macht es zum richtigen Ausgangspunkt.
Der Weg des Materials
Das Plastik wird geborgen, gereinigt, getrocknet. Dann granuliert — zermahlen zu kleinen Körnern, die nichts mehr von ihrer Herkunft verraten, außer ihrer Textur. Diese Körner werden Schmelzmasse. Die Schmelzmasse wird Faden. Der Faden wird Form.
3D-Druck bedeutet: keine Gussform, kein Überfluss, kein Abfall im Prozess. Jede Schicht wird dort aufgetragen, wo sie sein muss. Nichts mehr. Nichts weniger.
Und dann die Hand
Was die Maschine baut, vollendete Malte C. Bayer von Hand. Schleifen, Versiegeln, Veredeln — dieser Schritt ist es, der jedes Vessel zum Unikat macht. Keine zwei Stücke verlassen das Atelier identisch.
Das ist kein Fehler im Prozess. Es ist der Prozess.
Elektroschrott
Neben Meeresplastik verarbeitet AFN aufbereiteten Kunststoff aus alten Elektrogeräten. Material, das niemand mehr wollte, das in Containern wartete. Es kommt aus einer anderen Welt als das Ozeanplastik — urbaner, industrieller — und hinterlässt andere Spuren in der Oberfläche.
Beide Materialien erzählen eine Geschichte. Beide enden im selben Objekt.